Angststörungen behandeln

Wenn nachfolgend von Angst gesprochen wird, ist die langfristig belastende Emotion gemeint. Es gibt isolierte Ängste, wie etwa vor Hunden, generalisierte Ängste, aber auch die Angst vor der Angst, die sogenannte Erwartungsangst. Menschen mit einer Angst- oder Panikstörungen stecken in einem Kreislauf, der immer weiter ihr Leben einengt. Neben der Angst kommen häufig zusätzliche Symptome vor, wie Schwitzen, Schwindel, Atemnot, Brustenge und depressive Verstimmungen.

Ängste schützen uns vor unüberlegten, gefährlichen Handlungen und befähigen uns, in Notsituationen blitzschnell zu handeln. Eine gesunde Portion Angst ist normal. Wenn Sie aber Angst zu oft und zu stark wahrnehmen, lähmt sie. Die angstauslösenden Situationen werden gemieden. Angststörungen kann man vor vielen Dingen entwickeln:

  • Angst vor drängenden, zwanghaften Gedanken
  • Angst vor großen Plätzen
  • Angst, dass Angehörige oden man selbst krank werden könnten
  • Angst vor Kontrollverlust
  • Angst vor Situationen , aus denen man nicht "flüchten" kann
  • Prüfungsangst
  • Redeangst
  • Soziale Angst (Angst vor Bewertung)
  • Isolierte Ängste vor Dingen, Tieren, Gegenständen

 

Ängste können antrainiert sein. Das Kind einer Mutter, die bei Betrachten einer Wespe heftige Schreianfälle bekommt, überträgt diese Reaktion auf Personen, die dies mit ansehen. Ängste können durch Katastrophendenken vergrößert werden, indem Sie sich ausmalen, was alles passieren könnte, wie etwa bei Prüfungsangst oder sozialer Angst. Ängste können aber auch durch Verdrängung von Gefühlen entstehen, die negative Erinnerungen hervorrufen. Jede Form von emotionaler Unterdrückung führt zu Krisen und letztlich Symptomen. Ein Teufelskreis beginnt.

Lösungsschritte

Welche Gedanken machen Ihnen Angst und welche können Ihnen helfen, mit den gefürchteten Situationen besser umzugehen. Wo im Leben sind Sie nicht authentisch? Im Gespräch finden wir heraus, ob Erlebnisse aus Ihrer Vergangenheit an Ihrer Gefühlswelt heute beteiligt sind. Im Austausch und Reflexion Ihrer Erlebnisse und der damit zusammenhängenden Gefühle liegen Möglichkeiten zur nachträglichen Bearbeitung. Zudem wirken sich stresslindernde Übungen, leichter Ausdauersport, soziale Kontakte und ein strukturierter Tagesablauf positiv auf Ängste aus.

Formen von Angst

Generalisierte Angststörung: Das ist eine umfassende anhaltende Angst, die nicht auf bestimmte Situationen in der Umgebung beschränkt ist, sondern von ständigem Besorgtsein, dass etwas passieren könne. In schweren Fällen ist neben psychotherapeutischen Interventionen, wie ich sie anbiete, der (zumindest zeitweise) Einsatz von Psychopharmaka zu diskutieren.

Soziale Phobie: Schwere Form von Schüchternheit. Die Angst vor Beobachtung, Bewertung und Blamage. Betroffene haben Angst, prüfend von anderen Menschen gemustert zu werden. Bei einer Therapie hängt sehr viel von Ihrer Motivation und Mitwirkung ab, mutig und entschlossen Schritte der Entwicklung zu wagen.

Spezifische Phobien: Neben Prüfungsangst, Angst vor Autofahren, Angst vor Insekten, Hunden, großen Höhen, Fahrstühlen, Blut.

Panikstörung / Panikattacke: Die „Panikattacke“ tritt für kurze Zeit und (scheinbar) ohne Bezug zu einer besonderen Situation auf. Wiederkehrende Panikattacken sind das wesentliche Kennzeichen einer Panikstörung, die mit heftigsten Symptomen einhergehen kann. Meistens tritt eine Panikstörung in Verbindung mit einer anderen Grundstörung auf.

Vorgehen bei Angststörungen und Zwängen

Situationsbedingte Ängste, wie etwa vor Prüfungen, vor Höhen,  beim Fahren durch Tunnel oder bei wichtigen sozialen Anlässen sind normal, sofern die Angst nach dem Ereignis verschwindet.  Wenn allerdings die Angst vor bevorstehenden Ereignissen schon lange vorher beginnt und hoher Leidensdruck entsteht oder sich Ängste vor irrationalen Befürchtungen bilden, sollte man Hilfe zu Rate ziehen. Angst wirken sich auch auf Ihren Körper aus. Angst kann Anspannung, innerer Unruhe, Nervosität, innere und motorische Unruhe, Bluthochdruck und Magen-Darm Beschwerden verursachen. Angststörungen können zusammen mit einer Depression, Zwangsstörungen und anderen psychischen Erkrankungen auftreten.

Zwang ist der Versuch, Sicherheit zu schaffen.

Als Ursache von Angststörungen kommen negative Erfahrungen und Erlebnisse in Frage, sowie länger anhaltende seelische Belastungen. Ängste können durch Erziehung antrainiert sein und durch charakterliche Eigenschaften begünstigt werden. Wir werden gemeinsam der Frage nachgehen, wie und wann Ihre Ängste entstanden sind, welche Gedankenautomatismen sie "stützen" und wodurch sie am Leben erhalten werden.

Für viele ist schon allein diese Erkenntnis von hohem Wert und kann zu einer Entlastung führen. Als gut therapierbar gelten spezifische Phobien. Dabei können Sie sich die verschiedenen angstbesetzten Situationen möglichst lebhaft vorstellen, zunächst schemenhaft und fortlaufend immer konkreter - auch Konfrontation genannt. Da die befürchteten Folgen nicht eintreten, kann sich die Angst während einer Angsttherapie abschwächen und durch weitere Konfrontationen schließlich ausbleiben.

Möchten Sie noch mehr über Panikstörungen erfahren, verweise ich Sie auf meinen Blogartikel.

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