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Erythrophobie – die Angst Rotzuwerden

Erythrophobie: Wenn die Angst vor dem Erröten zu stark wird

1) Was ist eine Erythrophobie?

Erythrophobie ist eine Angststörung, die sich durch die übermäßige Angst und Peinlichkeit vor dem Erröten des Gesichtes oder Teilen des Gesichtes auszeichnet. Es geht nicht nur um das physische Erröten, sondern auch um die Angst vor der Peinlichkeit oder Aufmerksamkeit, die das Erröten mit sich bringen kann. Menschen mit dieser Phobie fürchten sich oft davor, in Situationen zu geraten, in denen sie im Mittelpunkt stehen könnten und möglicherweise rot werden. Die Angst vor dem Erröten kann zu einem Teufelskreis führen, in dem die Angst vor der Angst selbst das Erröten tatsächlich auslöst. Es ist eine sehr schambesetzte Phobie, daher sprechen Betroffene erst spät über Ihre Situation.

2) Was sind typische Symptome einer Erythrophobie?

Die Symptome einer Erythrophobie können von Person zu Person variieren, aber sie können sowohl physisch als auch emotional sein. Physische Symptome können Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Übelkeit und Schwindelgefühl umfassen. Auf emotionaler Ebene können Betroffene intensive Angst, Panikattacken, Scham und das Gefühl der Kontrollunfähigkeit erleben. Potenziell angst- oder schambesetzte Situationen werden gemieden und es droht Isolierung. Die Symptome sind ähnlich einer sozialen Phobie.

3) Welche Hilfe gibt es?

Erythrophobie ist eine sogenannte isolierte Phobie und kann im Rahmen einer Psychotherapie gut behandelt werden.

Als Behandlungsmöglichkeiten kommen die kognitive Verhaltenstherapie, vor Allem Konfrontationsübungen und Entspannungstechniken wie Atemübungen oder Meditation zum Einsatz. Bei mir kommen auch embodiment-fokussierte Therapietechniken zum Einsatz, z.B. EFT. Es geht um die Akzeptanz dessen, was nicht geändert werden kann.

4) Oder doch eine Operation?

Es gibt operative Eingriffe, um das Auftreten von Gesichtserrötung zu behandeln. Einer dieser Eingriffe ist die endoskopische thorakale Sympathektomie, bei der die Sympathikusnerven durchtrennt werden, um die übermäßige Gesichtsröte zu reduzieren. Obwohl dies in einigen Fällen kurzfristige Erleichterung bringen kann, sind die Aussichten auf langfristigen Erfolg und die Risiken dieser Operation umstritten. Zu den möglichen Risiken gehören übermäßiges Schwitzen an anderen Körperstellen, Veränderungen im Blutdruck und sexuelle Dysfunktionen.

Eine weitere Option ist eine Laserbehandlung der Gesichtshaut, um die Blutgefäße zu verschließen und das Erröten zu reduzieren. Dies kann vorübergehend wirksam sein, aber auch hier gibt es keine Garantie für dauerhafte Ergebnisse.

5) Aussichten bei einer psychotherapeutischen Behandlung

Die Aussichten auf einen positiven Verlauf sind günstig. Mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können Betroffene lernen, mit ihrer Angst umzugehen (Annahme = Akzeptanz) und ein erfülltes Leben zu führen. Es ist wichtig, geduldig zu sein und sich selbst Zeit zu geben. Innerhalb der Therapie lernen Betroffene, dass die Meinung der „anderen“ nicht so wichtig ist und lernen so, sich von der ehemals peinlichen Vorstellung zu distanzieren. Kontaktieren Sie mich, wenn Sie unter der Angst vor Erröten leiden. Lesen Sie hier mehr über meine Behandlungsansätze zur Angsttherapie.