Wie lerne ich Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist nicht mit Entspannung gleichzusetzen, jedoch kann ein entspannter Lebensstil und eine gelassenere Einstellung zu mehr Achtsamkeit führen. Achtsamkeit wird auch mit Akzeptanz gleichgesetzt. Es ist das ruhige und gelassene Wahrnehmen von allem, was gerade geschieht: Unsere momentanen Gedanken, Gefühle, die momentane Situation und die Personen, die gerade um uns herum sind werden wahrgenommen, nicht aber in irgend einer Form in Gut oder schlecht eingeteilt. Es geht also um das gelassene, nicht-wertende Wahrnehmen der unmittelbaren Gegenwart.

 

Wie schaffe ich es achtsam zu sein?

Wie alle neuen Dinge, kann Achtsamkeit und Akteptanz erlernt werden. Gerade, wenn es besonders hektisch ist oder Sie den Wunsch nach Ruhe verspüren, prägen Sie sich die folgenden drei Handlungsschritte ein:

 

Sie sind ein einfacher Schlüssel für mehr Gelassenheit im Alltag. Durch Training können emotionale Stresszustände gelindert werden. Ein wesentlicher Punkt ist dabei das Nichtbewerten. Diese Eigenschaft kann nicht drastisch genug betont werden.

Wie geht: NIchtbewerten?

Stellen Sie sich einfach vor, Sie würden im Fernsehen eine Tierreportage sehen, die Sie schon mehrere Male sahen. Sie regen sich nicht auf, weil Sie alles kennen, sie schauen einfach nur hin, sie denken auch nicht. Verhalten Sie sich so in Situationen, die bislang Stress verursachten - vielleicht zu Beginn ein paar Sekunden.

 

Warum ist das "Nicht - Bewerten" so bedeutsam?

1. In dem Maße, wie Sie andere bewerten, vermuten Sie unbewusst, dass Sie selbst bewertet werden

2. Sie kommen vom einengenden schwarz-weiß Denken ab. Eine Situation, ein Wort, eine Geste ist nur so gut oder schlecht, wie Sie sie einschätzen. Wenn Sie aber nicht bewerten, werden die Dinge neutraler, sachliche Entscheidungen fallen leichter

3. Sie vermeiden Streit

4. Sie entlasten sich 

 

Akzeptieren und Achtsamkeit bedeutet nicht, Ungerechtigkeiten oder unhaltbare Situationen einfach hinzunehmen, sondern für einen Moment innezuhalten und einfach nur beobachten. Um den persönlichen Stresslevel herunterzuschrauben, ist  Aufregung, Empörung und Furcht kontraproduktiv. (das bedeutet nicht, dass Sie es gut finden müssen)

 

Fokussieren Sie Ihre volle Aufmerksamkeit nur auf eine Sache, der für den Moment wichtigsten Sache, danach wenden Sie sich der zweitwichtigsten Sache zu. Multitasking bedeutet Stress und Flüchtigkeitsfehler.

 

Wenn Sie gelassener werden möchten, hilft es auch innezuhalten, nirgends einzugreifen oder in Aktion zu geraten und vor Allem: nicht werten.

Sie müssen dann nichts erreichen und niemandem etwas beweisen.

Jeder kann achtsam sein

Achtsamkeit ist eine grundlegende Fähigkeit des menschlichen Geistes. Jeder kann es, und zu fast jeder Zeit.

“Moment”, werden Sie jetzt vielleicht rufen “was ist, wenn ich gerade nervös und gereizt bin? Das kann ich nicht ohne Weiteres abschalten!” Wenn Sie gerade emotional aufgewühlt sind, dann betrachten Sie diesen Zustand möglichst sachlich und versuchen, auch diese Emotionen nicht zu bewerten, sondern in einem Moment des Innehaltens sich dieser Gefühle gewahr zu werden. „Aha, da ist Wut, Ärger, Trauer, Deprimiertheit oder Angst in mir. Na gut, dann ist das  jetzt so“. Sie meinen, diese Denkweise sei blödsinn? Ja dann stellen Sie sich auf den Kopf, verurteilen Gott und alle Politiker und schreien Ihren Frust heraus, es ändert an Ihrer gegenwärtigen Situation nichts - nicht wahr?

Die Übung macht’s

Wenn Sie Achtsamkeit als eine für Sie hilfreiche Eigenschaft erkannt haben, gilt es sie zu trainieren, so wie alles, was vervollkommnet werden will, trainiert werden muss. Achtsamkeit braucht regelmäßiges Üben des nicht-wertenden Beobachtens. Nach einem Moment des Innehaltens können Sie nun gestärkt Wege finden, Ihr Problem anzugehen, neue Wege einzuschlagen oder neue Gedanken zu implementieren.