Ängste überwinden

Was man einmal "gelernt" hat, kann auch wieder "verlernt" werden. Dank der von Prof. G. Hüthers beschriebenen Neuroplastizität wissen wir: Das Gehirn verändert sich ständig, baut und entwickelt neue Neuronen und vernetzt sich unaufhörlich. Das Gehirn kann also durch neue Gedanken und Gefühle "überschrieben werden". Besonders gut klappt das mit therapeutischen Techniken, bei denen zwei oder mehrere unterschiedliche Reize gleichzeitig angesprochen werden.

 

Ob Ihre Ängste aus traumatischen Kindheitserlebnissen stammen, durch eine Einmalsituation entstanden sind, sich einfach so entwickelt haben, weil Sie ein übervorsichtiger Mensch sind oder ob es spezifische Ängste sind, wie...

Spinnenangst, Angst vor Fahrschulprüfungen, Angst vor Referaten und Vorträgen, Angst vor Hunden, Höhenangst

oder

Angst vor der Angst, Erwartungsangst, Angst vor Krankheiten, also Angst vor Dingen, die noch nicht eingetreten sind,

all diese Ängste sind behandelbar. Ängste haben die Eigenschaft, durch bestimmte Gefühle oder in bestimmten Situationen angetriggert (ausgelöst) zu werden. Es wird Teil unserer gemeinsamen Arbeit sein,  Ihre Auslöser zu finden und die damit zusammenhängenden Gedanken zu "überschreiben".

Wie verhalte ich mich in einer akuten Panikattacke ?

Wenn Sie eine drohende Panikattacke spüren (Engegefühl in Brust, Angst, Luftnot, Schwindel, etc.)

  • führen Sie Achtsamkeitsübungen durch (Hinsetzen, ruhig werden, Anfall zur Kenntnis nehmen, nicht dagegen wehren, Akzeptieren, dem Atem nachspüren, in sich still werden) und/oder
  • lenken Sie sich ab
  • sagen Sie zu sich "das geht gleich vorüber, davon sterbe ich nicht, es ist zum Aushalten, es ist gleich wieder weg"
  • durch starke Gegenreize (Kopf unter kaltes Wasser,  scharfes Pfefferminzbonbon)
  • Halten Sie sich an jemandem fest (umarmen Sie ihre/n Parter/in, Eltern, Freunde, atmen Sie tief und gleichmäßig weiter)
  • trinken Sie einen Schluck klares Wasser

Was Ihnen im konkreten Moment am besten hilft, müssen Sie selber herausfinden. Sagen Sie sich selbst aber immer "davon stirbt man nicht; das halte ich aus; ich kann es jetzt nicht ändern; gleich ist es vorbei". In aller Regel gehen Panikattacken tatsächlich innerhalb weniger Minuten vorüber. Meine therapeutische Hilfe ist es, das Auftreten von Panikattacken spürbar zu verringern. 

 

Möglicher kurzzeitiger Ausweg: radikale Akzeptanz

Radikale Akzeptanz ist ein Begriff aus der Dialektisch-Behavioralen-Therapie DBT. Vereinfacht versteht man darunter das

 

- nicht-bewertende

- emotionslose

- bedingungslose

 

"Über-sich-ergehen-lassen" von starken und stärksten Emotionen (Hass, Wut, Angst). Setzen Sie sich und beobachten Ihre gerade ablaufenden Gefühle wie ein Fernsehzuschauer ohne Ton. Es ist dabei nicht von Bedeutung, ob Sie die gerade überwältigende Emotion mögen oder nicht: Akzeptanz heißt: Absolute Annahme dessen, was gerade ist, weil es eben so ist, wie es ist und gerade nicht zu ändern ist.

Ablehnung, als das Nicht-Haben-Wollen der gegenwärtigen Gefühlslage nutzt wenig.  Dies ist schwer zu verstehen, aber es gibt Phasen und Emotionen, bei denen man erst ihre Existenz annehmen muss, bevor Veränderung stattfinden kann. Dies gilt im übertragenen Sinn auch für belastende Ereignisse. Ich berate Sie gerne.

 

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