Posttraumatische Belastungsstörung und Vergangenheitsbewältigung

Mutter hält Kind liebevoll in den Armen. Verarbeitung eines seelischen Traumas
Bindung und Vertrauen aufbauen

Dieser Artikel gibt Ihnen eine Kurzübersicht über Schock- und Bindungstrauma.

Vergangenheitsbewältigung ist notwendig, wenn es Erlebnisse gab, die 

  • einschneidend
  • extrem
  • unfassbar
  • beschämend
  • schmerzvoll
  • unerwartet heftig 

waren. Sie wurden dabei nicht nur körperlich, sondern auch seelisch verletzt. Wir unterscheiden dabei grundsätzlich zwischen:

 

1) Einmalereignissen, sogenannte Schocktraumata (Unfall, Sehen von Gewalt) und

2) Mehrfachereignissen, sogenannte Entwicklungstraumata (Misshandlung, kranke Familiensysteme)

 

Es gibt Menschen, die schaffen es aus eigener Kraft, neue Lebenkraft zu schöpfen und können gut mit dem Erlebten weiterleben. Die meisten Betroffenen wollen sich jedoch nicht mit der Situation auseinander setzen, da Sie sich vor den schmerzvollen Emotionen fürchten und werden Meister der Verdrängung. Eine posttraumatische Belastungsstörung kann sich nach einem schocktraumatischen Erlebnis entwickeln. Sozialer Rückzug, Flashbacks und Ängstlichkeit stehen im Vordergrund. Bei entwicklungstraumatischen Prozessen dagegen wird die Fähigkeit gestört, mit sich und der Umgebung ein vertrauensvolles Miteinander aufzubauen, Misstrauen, und Schuldgefühle sind häufig.

 

Woran merkt man, dass die Vergangenheit nicht verarbeitet worden ist?

Wenn Sie durch ein beiläufiges Gespräch, ein Geräusch oder eine Handlung "aus dem Nichts" heftige Emotionen wahrnehmen. Betroffene bekommen Angst vor Dingen, die mit dem Erlebten im Kontext stehen und ziehen sich vermehrt zurück. 

 

 

 

Typische Symptome bei einer PTBS und bei Entwicklungstrauma sind:

  • Panikattacken
  • Schreckhaftigkeit
  • Angst
  • Schwindel
  • Schmerzen
  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • Gefühl der Brustenge
  • Entwicklung von Depressionen
  • Gefühl von Schuld und Scham
  • Rückzug und Meiden von bestimmten Situationen
  • Innere Unruhe

Schmerzvolle Erlebnisse werden verdrängt, damit man Sie nicht mehr fühlen muss

Verdrängung ist zunächst eine kluge Sache. Durch Ablenkung oder Isolation tricks man seine Gefühle aus. Man muss sich nicht mehr mit den inneren Bildern und Gefühlen auseinandersetzen. In Fällen schwerer Traumatisierung dissoziieren Betroffene. Dissoziieren ist das Abspalten bestimmter Gefühlsanteile. Das ist eine Schutzfunktion des Unterbewusstseins, um nicht dauerhaft Schmerz empfinden zu müssen. Leider funktioniert Verdrängung nur für eine bestimmte Zeit. Es wird weiter verdrängt - solange, bis die seelischen Schmerzen oder andere Symptome so stark sind, dass man sich professionelle Hilfe sucht. 

 

Lösungswege 

 

"Dem Unaussprechlichen eine Stimme geben."

 

Betroffene brauchen das Gefühl in Sicherheit zu sein. Das reine kognitive Wissen, dass das Ereignis vorbei ist, reicht nicht aus, weil der Schreck  "verkörpert" ist. Durch traumatherapeutische Methoden kann das  Gefühl von Sicherheit gestärkt werden. Ziel sollte sein, dass Sie das Erlebnis als Teil Ihrer Geschichte akzeptieren, die Gedanken und die damit in Verbindung stehenden Gefühle integrieren und ohne Angst fühlen können.

 

Mehr Informationen über Panikattacken können Sie in meinem Blogartikel zum Thema "Verhalten bei Panikattacken" erfahren

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