Frau tröstet Kind im Arm / Vergangenheitsbewältigung

 

 

Traumatherapie

"Die Tränen der verletzten Seele trocknen und dem geschundenen Körper seinen Frieden zurückgeben".

Dieser Satz sagt aus, was Traumatherapie ist. Es geht um die Behandlung von akuten und chronischen Verletzungen, die durch plötzliche oder lang anhaltende Überforderung unseres "Überlebenssystems" entstanden sind.

Traumatherapie ist eigentlich keine eigenständige Therapieform. Vielmehr setzt sie sich aus unterschiedlichen Verfahren, Techniken und Methoden zusammen, die sich gemeinsam als hilfreich nach traumatischen Erfahrungen gezeigt haben. Es geht darum, die akut oder langfristig entstandenen Symptome zu reduzieren.

Phasen der Traumatherapie

Während einer sogenannten Traumatherapie werden prinzipiell drei Phasen unterschieden:

  • Stabilisierung: Herstellung innerer und äußerer Sicherheit. Körperliche und seelische Kräfte werden mobilisiert und gestärkt. Überwindung von Hilflosigkeit, Förderung der Eigeninitiative.
  • Traumabearbeitung: Wenn die Symptome über einen längeren Zeitraum anhalten, können spezielle traumatherapeutische Interventionen (z.B. EFT) sinnvoll sein. Es geht um das Erinnern und Rekonstruieren des Traumas. Ziel ist die Verknüpfung von Worten, Erinnerungen, Körperempfindungen und Emotionen zu einer einheitlichen Erfahrung.
  • Integration: Die Erlebnisse sollen in die Lebensgeschichte integriert werden – als Teil der eigenen Biografie. Neue Wege zur Bewältigung werden gefunden.

 

Zur Stabilisierung hat sich die Gesprächstherapie und die kognitive Verhaltenstherapie als wirksam erwiesen. Neben Aufklärung über die Wirkung von Hilflosigkeit geht es darum, den entstandenen Schock sanft zu lösen und ein Sicherheitsgefühl aufzubauen.

Während der „eigentlichen“ Traumatherapie wird dem traumatischen Ereignis „der Schrecken“ genommen. Hierfür wende ich neben der Verhaltenstherapie als Basis die EFT-Technik an, um tief sitzende Gefühle, meist Angst, Wut und Schuld tiefgreifend zu lösen. Eine andere Methode besteht darin, das Erlebte so oft erzählen zu lassen, bis von alleine die Ereignisse weniger Symptome verursachen. Hierfür werden alle Sinne angesprochen und immer wieder wiederholt, sodass Betroffene einen „Weg“ zu sich finden und Abspaltungen nicht mehr nötig sind.

Innerhalb der dritten Phase werden Gedanken an das Erlebte weiter verarbeitet. Betroffene lernen sich zu wehren oder andere „Werkzeuge“, wie Sie sich künftig in ähnlichen Situationen verhalten können. Dies bringt ein Gefühl von Sicherheit. Durch die beständige Beschäftigung mit dem traumatischen Erlebnis wird es als Teil der eigenen Geschichte verstanden und allmählich integriert.

Über allem steht die bedingungslose Annahme Ihrer Person, die Würdigung Ihrer Geschichte und die Begleitung mit Aufklärung und Geduld.

Lesen Sie hierzu auch meinen Blogartikel:   Vergangenheitsbewältigung