Über Glück

Wir alle wollen glücklich sein. Aber wie wird man glücklich? Anders gefragt, wie können wir glücklich bleiben?

Als der König von Butan einmal nach dem Reichtum seines Landes gefragt wurde, antwortete er: Das Glück meines Volkes ist von viel größerer Bedeutung. Tatsächlich wurde das Glück der Bevölkerung einige Jahrzehnte später sogar als Regierungsziel in der Verfassung von Butan festgeschrieben. Während andere Länder nach Wirtschaftswachstum streben, gilt in Bhutan die Lebenszufriedenheit der Bürger als oberstes Ziel.

Der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung ordnet ihre Zufriedenheit in den vergangenen Jahren bei einer sieben ein.

Das Erstaunliche: Obwohl klar ist, dass Glück ein subjektives Gefühl ist, offenbaren sich bei solchen Untersuchungen auffällige Parallelen. Wie glücklich sich Menschen fühlen, scheint häufig mit den immer gleichen Faktoren zusammenzuhängen. Es gibt demnach eindeutige Bedingungen, die für das Glücksgefühl von entscheidender Bedeutung sind.

 Was macht uns glücklich? 

Die Frage, ob Geld glücklich macht, ist umstritten. So fühlen sich zwar Geringverdiener oft weniger wohl als wohlhabende Menschen. Sobald das Geld aber ausreicht, um Grundbedürfnisse zu erfüllen, ändert mehr Geld kaum noch etwas am subjektivem Glücksgefühl. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass dieser Punkt bei etwa 70.000 Euro Jahreseinkommen liegt. Danach schauen Reiche auf noch Reichere, die Furcht um Verlust des Geldes steigt.

Fazit: Geld macht glücklich - aber nur bis zu einem gewissen Grad.  

Neben dem Geld sind für Glück vor allem eine gute Gesundheit und das soziale Umfeld von Bedeutung. Familienmitglieder und Freunde, die uns helfen, die Herausforderungen des Lebens zu meistern und uns in schwierigen Situationen unterstützen, spielen eine wichtige Rolle für das subjektive Wohlbefinden. Menschen, die einsam sind, fühlen sich dagegen häufig unglücklich.

Auch zum Glück anderer beizutragen, steigert unsere eigene Zufriedenheit, also die Fähigkeit, großzügig zu sein. Des Weiteren macht es uns glücklich, wenn unsere Umgebung glücklich ist: Haben es Partner, Nachbarn oder Freunde vermeintlich besser als wir (Bildungsgrad, Einkommen, Anzahl der Sozialkontakte), fühlen wir uns unglücklicher. 

Veranlagung

Wissenschaftler sind sich inzwischen einig: Unterschiede in Sachen Lebenszufriedenheit stehen auch unter genetischem Einfluss. Untersuchungen deuten darauf hin, dass jeder Mensch schon aufgrund seiner Veranlagung ein individuelles Niveau an Lebenszufriedenheit hat – eine Neigung zum Glücklich-Sein, die durch äußere Faktoren nur zum Teil verändert werden kann. Demnach wird Glück zu etwa 50% von unseren Genen bestimmt.

Haben glückliche Menschen ein anderes Gehirn?

Die Schlüssel zum Glück im Gehirn heißen Dopamin und Serotonin. In den folgenden Jahren begannen Wissenschaftler, die Funktionsweise dieses Systems im Gehirn genauer zu erforschen. Heute wissen wir: Passiert etwas Positives, stoßen Neuronen im Gehirn genau diese Botenstoffe aus und lösen dort die Freisetzung von Endorphinen aus. In Folge fühlen wir uns glücklich, euphorisiert und auch Schmerzen nehmen ab.

Das Gehirn merkt sich Situationen, in denen diese Stoffe ausgeschieden wurden. Wir haben also eine Art "Glücksgedächtnis". Auf diese Weise lernen wir, was uns guttut. Dieser Effekt ist nützlich, wenn das Glückserlebnis durch eine sättigende Mahlzeit, sportliche Betätigung oder eine bestandene Prüfung hervorgerufen wurde. Hier liegt jedoch auch ein Grund von Sucht: Drogen, Alkohol, auch Handykonsum macht uns kurzzeitig glücklich, das Gehirn merkt sich das und im Falle von Stress, erinnern wir uns an diesen kurzen schönen Moment und möchten ihn wiederhaben.

 

Bewusste Alltagsgestaltung

Es gibt Forschungsergebnisse, dass Menschen Zufriedenheit regelrecht lernen können. Demnach sind alle Personen in der Lage, ihr subjektives Glücksempfinden zu einem zu steigern: Indem sie das Gehirn immer wieder positiven Situationen aussetzen. Zum Beispiel, indem man seinen Alltag aktiv gestaltet, Neues ausprobiert, etwas "schaffen", z.B. der lästige Einkauf, die Wohnung staubsauen, eine Runde Joggen, etc.  Wer gezielt und erfolgreich etwas erledigt, aktiviert sein Belohnungssystem und schüttet Glücksbotenstoffe aus.

Man kann es auch übertreiben

Personen, die häufig versuchen, glücklicher oder noch glücklicher zu werden, haben im Alltag das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben – und das macht unglücklich. 

Fazit:

Es hilft, wenn man Glück nicht als Ziel betrachtet, das ständig verbessert und erneuert werden muss, sondern als etwas, das schon längst um uns und in uns ist. Menschen, die sich bewusst sind, dass sie eigentlich alles wichtige im Leben haben und die meisten materiellen Dinge nur Ballast sind, fühlen sich besser, als diejenigen, die ständig auf der Suche sind.

Das Glück lässt sich finden, wenn man nicht danach sucht!

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